Meldungen aus dem Bezirksverband Oberpfalz

Kriegsgräberpflege auf dem Amberger Katharinenfriedhof

Einsatz gegen das Vergessen!

Gruppenfoto mit den Mitgliedern des Vereins Kurfürstliche Schlosswache zu Amberg e. V. und den Angehörigen des LogBtl 472. Ganz rechts die 1. Vorsitzende der Schlosswache, Katharina Wennicke. Gabriele Wennicke

Mitglieder des Vereins Kurfürstliche Schlosswache zu Amberg e. V. sowie Angehörige des Logistikbataillons 472 aus Amberg-Kümmersbruck unter der Leitung von Stabsbootsmann Enrico Ritz haben sich letzten Samstag an einem Kriegsgräberpflegeeinsatz auf dem Katharinenfriedhof beteiligt. Dort ruhen 127 Tote des Ersten und Zweiten Weltkrieges, darunter auch viele Lazaretttote. Darüber hinaus finden sich in einem Sammelgrab 46 Opfer der NS-Gewaltherrschaft, zwei weitere Mahnmale erinnern an 300 Kriegsgefangene aus der Sowjetunion und an 293 weitere Opfer der NS-Diktatur. Die Maßnahme auf dem Katharinenfriedhof erfolgte flankierend zu der zur gleichen Zeit stattfindenden jährlichen Haus- und Straßensammlung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge.

Der 2. Bürgermeister Martin Preuß begrüßte in seiner Ansprache die freiwilligen Helferinnen und Helfer (darunter auch ganz junge) und hob das Engagement, das die Schlosswache sowie die Soldaten der Bundeswehr aus Amberg und Kümmersbruck nun schon seit Jahren zur Bewahrung und Pflege der Kriegsgräber leisten, hervor. Krieg und Gewalt haben vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine eine neue Bedeutung, und man könne nur auf baldigen Frieden hoffen. Denn Kriegsgräber seien eine Mahnung zum Frieden, so Preuß. Entsprechend leisten auf dem Amberger Katharinenfriedhof die Mitglieder der Schlosswache und des Logistikbataillons 472 „echte Friedensarbeit“, wie Bürgermeister Preuß unterstrich. Er überbrachte auch Grüße des 1. Bürgermeisters Michael Cerny, der für die freiwilligen Helfer eine Verpflegungsspende überbringen ließ. Der Bezirksgeschäftsführer des Volksbundes in der Oberpfalz, Dr. Dario Vidojković, erinnerte, dass viele der auf dem Katharinenfriedhof ruhenden Kriegstoten vielleicht gar keine Hinterbliebenen mehr hätten, welche für die Toten eine Kerze anzünden könnten oder ihrer gedenken würden. In diesem Moment jedoch, wo ihre Gräber gesäubert würden, beschäftige man sich mit den Kriegstoten, denke über ihr Schicksal nach, lese und erwähne man ihre Namen. Für diesen Moment seien sie dem Vergessen entrissen und wieder unter den Lebenden. Das sei eben genau auch die Aufgabe des Volksbundes, Gedenken und Erinnern, betonte Dr. Vidojković. Und er machte deutlich, dass man oft gar nicht in andere Länder gehen muss, um Kriegsgräber zu besuchen, sondern dass viele auch nebenan sozusagen in unmittelbarer Nachbarschaft, in den eigenen Städten und Gemeinden, zu finden seien. Umso wichtiger und bedeutender seien auch Einsätze wie dieser.

In knapp zwei Stunden war der Einsatz dann auch bei gutem Wetter wieder vorbei, an dem sich an die 50 freiwilligen Helferinnen und Helfer beteiligt haben. Stabsbootsmann Ritz und Katharina Wennicke, die 1. Vorsitzende der Kurfürstlichen Schlosswache, beschlossen, solche Einsätze auch künftig, mindestens zweimal im Jahr, durchzuführen. Mitglieder der Schlosswache selbst beteiligen sich schon seit Jahren auch an der jährlichen Haus- und Straßensammlung des Volksbundes, ebenso wie die Soldatinnen und Soldaten des Standortes Amberg-Kümmersbruck. Initiiert haben die Kriegsgräberpflege auf dem Katharinenfriedhof im Jahr 2015 Gerd und Gabriele Wennicke.

Text: Dr. Dario Vidojković

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