Meldungen aus dem Landesverband

Volkstrauertag in Regensburg – Gegen das Vergessen

Der Bezirksverband Oberpfalz hält trotz Corona Gedenken an die Kriegstoten ab

 

Ansprache der Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (links am Rednerpult) am Ehrenmal "Unter den Linden" im Regensburger Stadtpark. Foto: Jennifer Burges / Volksbund

Die Corona-Pandemie hat, wie alles andere auch in diesem Ausnahme-Jahr, auch den Volkstrauertag beeinflusst. Damit jedoch das Gedenken an die Toten von Krieg und Gewaltherrschaft nicht völlig abgesagt wird, ist der Volkstrauertag in Regensburg in diesem Jahr in „abgespeckter Version“ abgehalten worden. Auf die traditionelle Ehrenformation der Bundeswehr musste dafür leider verzichtet werden, ebenso auf einen Beitrag von Schülerinnen der Mädchenrealschule Niedermünster. Dennoch sind zum Ehrenmal „Unter den Linden“ im Regensburger Stadtpark an die 30 Personen unter Beachtung der AHA-Regeln zusammengekommen, um an die Kriegstoten würdevoll zu erinnern. In diesem Jahr hat sich so auch zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges gejährt, der weltweit zwischen 55 und 60 Millionen Opfer gefordert hat.

Darauf hat Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in ihrer gut 10-minütigen Ansprache erinnert, wobei sie auch insbesondere den Holocaust und die Ermordung von sechs Millionen europäischer Juden herausgriff. Nach ihrer Ansprache, die mit der Botschaft „nie wieder Krieg“ schloss, gedachte Oberbürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer gemeinsam mit dem Standortältesten für Regensburg Oberst Klaus-Peter Berger der Kriegstoten. Daneben haben sich auch Vertreter des ZAW in Regensburg, darunter Hauptmann Ernst Gammel, Vertreter der Freiwilligen Feuerwehr sowie eine Fahnenabordnung der Vereine der Stadt eingefunden. Unter den wenigen anwesenden Ehrengästen waren auch der Regensburger Regionalbischof Klaus Stiegler, der Mitglied im Beirat des Bezirksverbandes der Oberpfalz ist, der Regensburger Kreisvorsitzende Dr. Theophil Schindler, Oberstarzt d. Res., sowie in Vertretung für den Bezirksverbandsvorsitzenden des Bezirksverbandes Oberpfalz im Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V., Regierungspräsidenten Axel Bartelt, der Bezirksgeschäftsführer Dr. Dario Vidojković. Nach dem Abspielen des Liedes vom guten Kameraden durch einen Trompetensolisten ist das Gedenken im Stadtpark beendet worden.

Anschließend haben sich Dr. med. Schindler und Dr. Vidojković, in Begleitung des Teams des Bezirksverbandes der Oberpfalz, Sabine Golm und Jennifer Burges, zu den beiden Kriegsgräberstätten auf dem Oberen Katholischen Friedhof begeben. Dort legten sie einen Kranz für den Volksbund nieder. Dr. Vidojković hat in einer kurzen Ansprache an die Toten insbesondere des Zweiten Weltkrieges erinnert. Er verwies darauf, dass neben den deutschen Soldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges auf der Kriegsgräberstätte Oberer Katholischer Friedhof II auch ein paar Commonwealth-Soldaten ruhen, ebenso wie Kriegsgefangene aus Jugoslawien, die als Zwangsarbeiter bei den Luftangriffen auf die Stadt ums Leben kamen, sowie mehrere hundert zivile Bombenopfer. Der verheerendste Luftangriff auf Regensburg fand am 17. August 1943 statt, wo etwa 400 Menschen den Tod fanden. Nach dem Verlesen des Totengedenkens durch den Bezirksgeschäftsführer endete das Stille Gedenken im kleinsten Kreis. Wie Dr. Vidojković betonte, sollte auch in diesem Jahr, gerade trotz Corona, der Kriegstoten in würdevoller Weise erinnert werden, das sei man ihnen schuldig. Text: Dr. Dario Vidojković

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