Meldungen aus dem Landesverband

Oberpfälzer sprechen beim Staatsempfang in München

Bezirksverband Oberpfalz vertreten beim Staatsempfang in München aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge

Aus Anlass des hundertjährigen Bestehens des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., der am 16. Dezember 1919 in Berlin gegründet worden ist, fand am selben Tag hundert Jahre später ein Staatsempfang in München statt. Dazu hatte die Bayerische Staatsregierung in den Max-Joseph-Saal der Residenz eingeladen. Zuvor wurde ein ökumenischer Wortgottesdienst in der Theatinerkirche abgehalten. Das Festprogramm wurde musikalisch begleitet durch das LolaQuartett, welches Stücke von Mozart, Haydn und Vivaldi spielte. Die Begrüßungsrede hielt in Vertretung für den Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder die Staatsministerin für Familie, Arbeit und Soziales, Frau Kerstin Schreyer, MdL. In ihrer Ansprache würdigte sie die Arbeit des Volksbundes, wobei sie besonders auf dessen Rolle als Akteur der Erinnerungskultur sowie auf seine Friedensarbeit einging. Der Vorsitzende des Landesverbandes Bayern, Herr Regierungspräsident a.D. Wilhelm Wenning spannte einen Bogen von der Gründung der ersten Kriegsgräberfürsorge, die eigentlich in Bayern entstand, bis zu den heutigen und künftigen Tätigkeitsfeldern des Volksbundes, wobei er speziell die Wichtigkeit der Jugend- und Bildungsarbeit betonte.

Zu dem Empfang in die Bayerische Landeshauptstadt reiste auch eine Delegation des Bezirksverbandes Oberpfalz an. Neben dem Team der Bezirksgeschäftsstelle, vertreten durch den Bezirksgeschäftsführer Dr. Dario Vidojković und seine Mitarbeiterinnen Jennifer Burges und Sabine Golm, waren mehrere langjährige verdiente Ehrenamtliche mit dabei. Dazu zählten August Baier (Zeitlarn), Hermann und Anna Maria Trenz (Auerbach), Karoline und Anton Götz (Hemau), Gertrud Kerschl (Nittendorf), Rupert Faltermeier (Regenstauf), Hauptmann a.D. Marktrat Fred Wiegand (Regenstauf), Stabsfeldwebel der Reserve Gerhard Lindthaler mit Gattin Heidemarie (Freihung), Christiane Regn vom Europäischen Jugendprojekt Oberpfalz (Freihung), Domprälat i. R. Josef Grabmeier (Regensburg), Andreas Maar (Regensburg) sowie Hubert Magdas (Lappersdorf). Ebenfalls vertreten waren der Bezirksverbandspräsident des Bezirksverbandes Oberpfalz, Regierungspräsident Axel Bartelt, der stellvertretende Bezirksverbandspräsident Abteilungsdirektor a.D. Richard Glombitza (Amberg) sowie der Kreisverbandsvorsitzende für die Stadt Regensburg Dr. Theophil Schindler.

Im Anschluss an die Reden schließlich kamen mehrere Ehrenamtliche aus verschiedenen Generationen zu Wort. Unter den neun Rednern der Jahrgänge von 1924 bis 1997 hatten auch zwei Oberpfälzer Ehrenamtliche die Ehre sprechen zu dürfen, der Domprälat i. R. Josef Grabmeier aus Regensburg und Christiane Regn aus Freihung. Josef Grabmeier war lange Jahre im Beirat des Bezirksverbandes Oberpfalz aktiv engagiert. Er als einer der noch wenigen lebenden Zeitzeugen sprach in seinem Testimonial davon, wie er als Schüler 1943 zur Luftwaffe als Luftwaffenhelfer eingezogen worden ist. Es war für ihn prägend, wie es damals den ersten Gefallenen in seiner Schulklasse gab. So erlebte er auch den schrecklichen Bombenangriff auf Regensburg im August 1943 mit, bei dem es 402 Tote und 1800 Verletzte zu beklagen gab. Bei Kriegsende geriet er dann als Soldat in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Sein Testimonial schloss er mit einem Zitat von Carl Zuckmayer, verbunden mit einem Appell zu Frieden. Denn die Überlebenden seien laut Grabmeier der Mund für die Gefallenen, „für unsere jetzige Generation und auch die nachfolgenden. Wenn wir ihr Gedächtnis nicht festhalten, ihre Gräber nicht pflegen und sichtbar machen und damit ihre Erfahrungen nicht weitergeben, sind wir mitschuldig, wenn wir nicht so den Boden für einen immerwährenden Frieden bereiten.“

Christiane Regn aus Freihung sprach über das Europäische Jugendprojekt Oberpfalz, 2002 gegründet und dessen Basispartner der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ist. Sie engagiere sich im Europäischen Jugendprojekt deshalb, „weil wir mit unseren jährlichen Projektwochen zusammen mit deutschen, polnischen und französischen Jugendlichen im Kleinen Frieden säen.“ Gemeinsam besuche man so neben Gedenkstätten und Museen auch Soldatenfriedhöfe. Weiter berichtete Christiane Regn über ein besonderes Erlebnis in diesem Jahr. So besuchten sie den deutschen Soldatenfriedhof La Cambe in der Normandie. Dabei stand eine der TeilnehmerInnen, Hanna Wisneth aus Freihung das erste Mal vor dem Grab ihres Großonkels. Unter Tränen erzählte Hanna, was man in ihrer Familie über diesen Großonkel berichtete, anschließend spielte sie auf einer Trompete das Lied „Ich hatt‘ einen Kameraden“. Ihr Großonkel starb mit nur 19 Jahren, was dem Ganzen eine „besondere Dimension“ verlieh. Später erkannte Christiane Regn auf einem Foto von dem Besuch auf der Kriegsgräberstätte, dass ein Teilnehmer sein Mitgefühl mit Hanna zeigte, „indem er ihr seine Hand auf die Schulter legte und sie so tröstete“. Christiane Regn schloss ihr Testimonial mit der festen Überzeugung, dass es darum gut sei, dass es das Europäische Jugendprojekt gebe.

Mit dem letzten Musikstück endete dann der offizielle Teil des Festaktes, der dann in den Empfang mündete. Allen Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Staatsempfang, der die Arbeit und Leistung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge würdigte, wurde mit diesem Staatsempfang, aber nicht nur diesen, sondern allen Ehren- und Hauptamtlichen für ihr jahrelanges Engagement herzlich gedankt. Einer der Teilnehmer der Oberpfälzer Delegation, Rechtsanwalt Andreas Maar aus Regensburg, brachte es auf den Punkt, als er auf der Rückfahrt sagte, es sei ihm nochmals deutlich geworden, was der Volksbund leiste und er fühle sich noch mehr bestärkt und motiviert, sich auch weiterhin für den Volksbund einzusetzen. Eine Überzeugung, die alle teilen, um so getreu des Mottos des Volksbundes, gemeinsam für den Frieden zu arbeiten!  Text: Dr. Dario Vidojković

🍪 Cookie Einstellungen

Erforderlich

Diese Cookies sind für den Betrieb der Webseite zwingend erforderlich. Hier werden bspw. Ihre Cookie Einstellungen gespeichert.

Statistik

Wir verwenden Google Statistik Cookies um zu verstehen, wie Sie mit unserer Webseite interagieren.